{"id":373,"date":"2017-10-01T17:08:48","date_gmt":"2017-10-01T15:08:48","guid":{"rendered":"http:\/\/copalev.org\/?p=373"},"modified":"2017-10-10T20:17:22","modified_gmt":"2017-10-10T18:17:22","slug":"projektueberischt-dorfschreinerei-buena-vista-pachan","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/copalev.org\/en\/projekte\/mexiko\/deutsch-projektueberischt-dorfschreinerei-buena-vista-pachan\/","title":{"rendered":"(Deutsch) Schreinerei Buenavista Pach\u00e1n, Chiapas"},"content":{"rendered":"<p class=\"qtranxs-available-languages-message qtranxs-available-languages-message-en\">Sorry, this entry is only available in <a href=\"http:\/\/copalev.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/373\" class=\"qtranxs-available-language-link qtranxs-available-language-link-de\" title=\"Deutsch\">Deutsch<\/a>. For the sake of viewer convenience, the content is shown below in the alternative language. You may click the link to switch the active language.<\/p><p><\/p>\n<div id=\"content\">\n<div class=\"container\">\n<div id=\"main\" class=\"left\">\n<p>In Buenavista Pach\u00e1n, Chiapas, half der damalige Arbeitskreis Mexiko der Martin-Luther-Kirche, &#8220;Corazones para M\u00e9xico&#8221;, eine Dorfschreinerei aufzubauen, um der Dorfgemeinde eine Zukunftsperspektive erm\u00f6glichen.<\/p>\n<p>Inzwischen wurde die Schreinerei von der Dorfgemeinschaft in Betrieb genommen, das Projekt wurde damit 2012 beendet. Wie bei allen Projekten bem\u00fchen wir uns jedoch um regelm\u00e4\u00dfigen Kontakt, um einen nachhaltigen Einsatz unserer Spenden zu gew\u00e4hrleisten.<\/p>\n<p>Standort der SchreinereiDas erworbene Grundst\u00fcck liegt am westlichen Ortsrand von Buenavista Pach\u00e1n, an einem der Zugangswege zum Ort. Es hat eine Fl\u00e4che von 38 x 25 x 50 x 25 Metern, wobei die breiteste Seite an den genannten Weg anschlie\u00dft. Das Grundst\u00fcck war vollst\u00e4ndig bewaldet, wurde von der Gruppe \u201dUna mirada m\u00e1s all\u00e1\u201d unter Teilnahme von Frauen und Jugendlichen gerodet und ist jetzt auf drei Seiten von Wald umgeben.<\/p>\n<p>Bislang wurden an der zum Wald gelegenen R\u00fcckseite des Grundst\u00fccks der Untergrund, die R\u00fcckwand, sowie die beiden Seitenw\u00e4nde f\u00fcr die Werkhalle fertiggestellt. Auf der vom Dorf abgelegenen Seite sind Untergrund und Grundmauern f\u00fcr einen kleineren B\u00fcroraum sowie einen Raum zur Nachbehandlung hergestellter M\u00f6bel (Lackieren etc.) entstanden. Nach vorne, zum Weg hin, soll die Werkhalle offen bleiben, um den n\u00f6tigen Lichteinfall zu gew\u00e4hrleisten. Das Grundst\u00fcck bietet ausreichend Fl\u00e4che f\u00fcr eventuelle weitere Bauvorhaben in der Zukunft. Dabei ist an einen m\u00f6glichen Gesundheitsposten gedacht, da die Bev\u00f6lkerung der Ortschaft bisher ohne zuverl\u00e4ssige Gesundheitsversorgung lebt.<\/p>\n<p>Eigent\u00fcmer des Grundst\u00fccks und der entstehenden Geb\u00e4ude ist die Gruppe \u201cUna mirada m\u00e1s all\u00e1\u201d, die innerhalb der gesamten Dorfgemeinde von Buenavista Pach\u00e1n als eigenst\u00e4ndige Einheit anerkannt wird. Die Gruppe besteht aus siebzehn Familien, etwa sechzig Personen, und besitzt einen eigenen rechtlichen Status durch ihre eingetragene Mitgliedschaft im Verband der \u201cAgricultores de la Selva\u201d (etwa \u201cVerband der Bauern des Urwalds\u201d). Die neue Schreinerei entstand als Initiative der Gruppe \u201cUna mirada m\u00e1s all\u00e1\u201d, sollte jedoch der gesamten Dorfbev\u00f6lkerung sowie Nachbargemeinden zugute kommen.<\/p>\n<p>In den bisherigen angemieteten R\u00e4umen einer alten und sp\u00e4rlich ausgestatteten Schreinerei arbeitete zu Projektbeginn ein ausgebildeter Schreinermeister mit zwei Gesellen und drei auszubildenden Gehilfen.\u00a0Die neue Schreinerei wurde als Ausbildungszentrum f\u00fcr die Region konzipiert. Auch Frauen sollen sowohl beim Schreinern selbst, als auch bei Arbeiten wie Lackieren und beim Verkauf der Produkte involviert werden.<\/p>\n<h3>Sozialpolitischer Hintergrund<\/h3>\n<p>Die Dorfgemeinde Buenavista Pach\u00e1n z\u00e4hlte zu Projektbeginn ungef\u00e4hr 1300 Einwohner und\u00a0liegt im Osten des mexikanischen Bundesstaates Chiapas, nicht weit von der Grenze zu Guatemala. 1994, zu Beginn der Zapatistischen Bewegung, hat sich nahezu die gesamte Gemeinde freiwillig zu den Zapatisten und deren Idealen bekannt, damals vergessen und entt\u00e4uscht von der Regierung und in der Hoffnung auf einen Ausweg aus ihren bis dahin trostlosen Lebensumst\u00e4nden.<\/p>\n<p>Die v\u00f6llig aussichtslose wirtschaftliche Situation und die Unm\u00f6glichkeit, vor Ort bezahlte Arbeit zu\u00a0finden, konnte aber auch von den Zapatisten nicht grundlegend ge\u00e4ndert werden, sodass nach wie vor und bis heute die Menschen gezwungen sind, sich au\u00dferhalb ihrer angestammten Region, vor allem in den USA, als\u00a0illegale Arbeitnehmer\u00a0zu verdingen.<\/p>\n<p>Diese Art von Arbeitssuche war nun allerdings mit der zapatistischen Ideologie unvereinbar, sodass den Betroffenen keine andere Wahl blieb, als nach und nach, ebenso freiwillig, wieder auf ihre Zugeh\u00f6rigkeit zu der Zapatistischen Bewegung zu verzichten.<\/p>\n<p>Heute z\u00e4hlt der Gro\u00dfteil der Einwohner von Buena Vista Pachan nicht mehr zu den Zapatisten und muss sich mit der \u00f6rtlichen offiziellen Regierung arrangieren. Nur einige wenige Familien bekennen sich noch offen zu der Zapatistischen Bewegung. Die Gruppe\u00a0&#8220;Una mirada m\u00e1s all\u00e1&#8221;\u00a0sah sich aus den genannten Gr\u00fcnden ebenfalls gezwungen, nach zw\u00f6lf Jahren Zugeh\u00f6rigkeit auf ihre Mitgliedschaft bei den Zapatisten zu verzichten, wollte sich aber auch nicht den lokalpolitischen Zw\u00e4ngen der \u00f6rtlichen Parteif\u00fchrer unterwerfen.<\/p>\n<p>Somit war sie alleine auf sich selbst gestellt und wurde von keinem der rivalisierenden Machtbereiche anerkannt oder unterst\u00fctzt. &#8220;Una mirada m\u00e1s all\u00e1&#8221;\u00a0bezieht nach eigenen Aussagen ihre Kraft und Zuversicht aus dem Wort Gottes. Einige der Gruppenmitglieder wurden von der katholischen Kirche als Diakone ausgebildet und kamen als solche im Laufe ihrer jahrelangen T\u00e4tigkeit auch mit der Befreiungstheologie in Ber\u00fchrung.<\/p>\n<p>Sie arbeiten heute unentgeltlich als geistliche und ideologische F\u00fchrer der Gruppe. Die Einwohner der Gegend in und um Buenavista Pach\u00e1n geh\u00f6ren zu der\u00a0Ethnie der Tojolabales. Die \u00e4ltere Generation spricht noch die Stammessprache. Die drei\u00dfig- bis vierzigj\u00e4hrigen verstehen noch Tojolabal, sprechen es aber kaum noch. Jugendliche und Kinder sind der angestammten Sprache nicht mehr m\u00e4chtig.<\/p>\n<p>Die Zapatisten unterrichten in ihrem Einflussbereich die alten Stammessprachen. Die zapatistische Schule in Buenavista Pach\u00e1n ist jedoch inzwischen geschlossen und die Einrichtungen der Regierung k\u00fcmmern sich in keiner Weise um kulturelle Werte der Bev\u00f6lkerung.<\/p>\n<h3>Generelle Bed\u00fcrftigkeit<\/h3>\n<p>Die Bev\u00f6lkerung von Buenavista Pach\u00e1n und seiner umliegenden Gemeinden ist rein landwirtschaftlich ausgerichtet. Das gro\u00dfe Dilemma besteht darin, dass die Menschen dort Bauern sind, sich zur Landwirtschaft bekennen und auch im wesentlichen nichts anderes als Ackerbau gelernt haben, allerdings \u00fcber kein Land verf\u00fcgen um diesem Erwerbszweig nachzukommen.Die m\u00e4nnlichen Einwohner verdingen sich zum gro\u00dfen Teil als illegale Saisonarbeiter zur Tabakernte in den USA. Der Tagelohn f\u00fcr die wenigen, die vor Ort Arbeit finden, betrug zu Projektbeginn durchschnittlich 50,00 Pesos (etwa 2,80 Euro). Die Fahrt im Sammeltaxi in die n\u00e4chstgelegene Provinzstadt (z.B. zum Einkauf) kostete allerdings bereits 30,00 Pesos.\u00a0In\u00a0Buenavista Pach\u00e1n gab es keine regul\u00e4re Schule.Die Gesundheitsversorgung lag in H\u00e4nden empirischer Hebammen und einiger weniger, die sich mit einheimischen Heilpflanzen auskannten. Die Wasserversorgung war prek\u00e4r und st\u00fctzte sich auf nat\u00fcrliche \u00f6rtliche Quellen. Sanit\u00e4re Einrichtungen waren praktisch inexistent, ebenso wenig gab es Einkaufsm\u00f6glichkeiten.<\/p>\n<h3>Aktueller Stand<\/h3>\n<p>Inzwischen wurde die Schreinerei von der Dorfgemeinschaft in Betrieb genommen. Das Projekt wurde damit 2012 beendet. Wie bei allen Projekten bem\u00fchen wir uns jedoch um regelm\u00e4\u00dfigen Kontakt, um das Weiterbestehen der Schreinerei zu sichern und somit einen nachhaltigen Einsatz unserer Spenden zu gew\u00e4hrleisten.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<p><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sorry, this entry is only available in Deutsch. For the sake of viewer convenience, the content is shown below in the alternative language. You may click the link to switch the active language. 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